Trainingslager der Biersommelier Nationalmannschaft

Trainingslager der Biersommelier Nationalmannschaft

11-06-2019
Be more coacht die 10 besten Biersommeliers Österreichs zur Steigerung der Körper- und Sinneswahrnehmung
 

Be more schärft die Sinne,
WM Trainingslager der Biersommelier Nationalmannschaft!

Alle 2 Jahre findet die Weltmeisterschaft der Biersommeliers statt. Der diesjährige Austragungsort ist Rimini in Italien. Österreich ist mit einem Kontingent von 10 Teilnehmer/innen dort vertreten. Österreich hat besonderes Interesse, den Weltmeistertitel zu holen, da die Biernation auf der europäischen Bierlandkarte oft übersehen wird. Somit wird viel in eine optimale Vorbereitung für diesen Wettbewerb, der diesen September stattfinden wird, investiert.

Beim Wettbewerb wartet ein breites Aufgabenspektrum auf die Teilnehmer/innen. Dies inkludiert in der Vorrunde anspruchsvolle Wissensüberprüfungen rund um das Thema Bier (Brauereitechnologie, Schanktechnik, Foodpairing, ...) sowie Verkostungen zur Erkennung von Bierfehlern und Bierstilen. Die besten stellen sich dann im Halbfinale bzw. im Finale einer Jury, vor welcher sie ein ihnen eventuell unbekanntes Bier umfassend in wenigen Minuten vorstellen sollen. Bei dieser Präsentation kommt es neben der Vollständigkeit auch darauf an, zu wissen, wie man die Jury überzeugt. Im Finale kommt hier noch eine große Anzahl an Fachpublikum hinzu. Sowohl die Vorrunde als auch die Finalrunden stellen für die Teilnehmer/innen besondere Stresssituationen dar.

Um bestmöglich vorbereitet zu sein, wird die österreichische Nationalmannschaft der Biersommliers in mehreren 2-tägigen Seminaren für die Weltmeisterschaft trainiert. In der Nationalmannschaft befindet sich auch der amtierende Vizeweltmeister. Anfang dieser Woche fand ein solches Trainingslager im Bierkulturhaus in Obertrum statt, und Be more war eingeladen, das Training mitzugestalten. Das Ziel lautete, die Sinneswahrnehmung für die Verkostungen so zu schärfen, dass möglichst viele österreichische Teilnehmer/innen in die Finalrunde einziehen können. Wir sollten also die Teilnehmer/innen besser riechen und schmecken lassen! Easy, einen Profi der Sinneswahrnehmung noch etwas zu lernen? Noch eine Riechtechnik beibringen, noch etwas über Sinnesorgane zu erzählen, Wissen über Bier oder wie unsere Psychologie funktioniert? Ein Profi weiß über dies alles Bescheid.

Wir suchten mehr nach Dingen, welche die Teilnehmer/innen erfahren und nicht durch Wissen aufnehmen. Jeder, der mit mehr Aufmerksamkeit auf seinen Geschmacks- und Geruchssinn durchs Leben geht, kennt folgendes: Manchmal gibt es diesen Flow, in dem jeder Sinneseindruck sonnenklar und ganz ohne Anstrengung da ist. Manchmal aber kann man sich noch so anstrengen, und man kann einfach nichts erkennen. Und das kennen auch Biersommeliers. In einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt, geht es meist am Allerleichtesten - und sobald einmal ein unpassender Gedanke, ein Zweifel, eine schlechte Tagesverfassung oder etwas Stress hinzukommt, wirft es einem aus dem Konzept. Unser ausgegebenes Ziel war also, genau diesen Flow auch in Stresssituationen zu erreichen.

Jeder, der intensiv in einem Flow war, beschreibt das Gefühl mit einer Leichtigkeit, einer Konzentration, welche keine Anstrengung bedarf, ein Zustand in dem man nicht mit sich selbst beschäftigt ist und nicht mehr versucht, die Situation zu kontrollieren. Man wird eins mit der Tätigkeit. Unsere Aufgabe bestand nun, die Teilnehmer/innen innerhalb von zwei Stunden zu zeigen, dass man diesen Zustand durch Training erzeugen kann. Nicht durch Wissensvermittlung, sondern durch eigene Erfahrung - ganz ähnlich wie beim Einradfahren, nur durch zuhören oder intensives studieren einer Anleitung hat es noch niemand geschafft.

Also, in zwei Stunden zum Flow. Geht das? Ja - oder zumindest teilweise: man kann die Voraussetzungen schaffen. Warum nur teilweise: Es braucht die Herausfordung, an der man sich messen kann - und die kommt erst. Unser Konzept bestand aus drei Schritten, um die Grundbedingungen abzudecken: Steigerung der Körperwahrnehmung, Kontrolle über Muster im Körper und Kontrolle über die Aufmerksamkeit durch die Körperlichkeit. Mit dabei waren technische Hilfsmittel zur Messung des Stresslevels, Vortrag und Flipchart, und eine überschaubare Anzahl an Körperübungen. Es ist sicher ein sehr ungewöhnlicher Block auf einem Trainingslager, aber alle Teilnehmer/innen waren aufgeschlossen, sich voll darauf einzulassen!

Das Ergebnis? Alle Teilnehmer/innen waren überrascht, wie viel Anstrengung sie im Körper halten, und was sich in ihren Gedanken alles tut. Es wurde die Erfahrung beschrieben, dass die Wahrnehmung nicht mehr so eingeschränkt wirkte, dass weniger Gedanken im Kopf seien, und dass eine andere Art der Wahrnehmung vorhanden wäre. Im Anschluss an unseren Block gab es noch eine Verkostung zur Erkennung von Bierfehlern, unter widrigstens Bedingungen (Uhrzeit, Temperatur, Luftverhältnisse, Intensität der Aromen), und das Ergebnis war überraschend gut! Jede/r empfand auch subjektiv, dass sie/er sich leichter konzentrieren und die Aromen klarer zuordnen konnte!

Jens Luckart, der Leiter des Ausbildungswesens im Bierkulturhaus in Obertrum, meinte, dass er sich die von ihm beobachtete Leistung nach dem Vortrag nicht erwartet hätte. Auch fand er, dass unser Block am Trainingslager "genau das Richtige für unsere Teilnehmer" war. Bis September zur Weltmeisterschaft heißt es jedenfalls trainieren, und noch ein Einzelcoaching im Rahmen einer Sitzung nach der Grinberg Methode bei Be more, Zentrum für Körperarbeit in Linz zu absolvieren.

Wir drücken jedenfalls unserer Mannschaft die Daumen! Be more und gebt alles!