Lernprozess

Lernen durch den Körper

In einem persönlichen Lernprozess lernst du deinen Körper wahrzunehmen und erkennst Verhaltensmuster in deinen Alltagssituationen. Viele dieser automatischen Reaktionen können körperliche Folgen haben und du lernst damit umzugehen. Werkzeuge dafür sind unter anderem bewusste Atmung und Entspannung, die direkt in den Alltag integriert werden können.

Die erste Sitzung

Ein Lernprozess besteht aus Einzeltreffen (Sitzungen) mit dem/der Praktiker/in zu je einer Stunde. In der ersten Sitzung wird eine Fußanalyse in Kombination mit einem Gespräch durchgeführt. Die Füße sind die Basis für den/die Praktiker/in. Das Ergebnis daraus ist eine klare Zieldefinition des/der Klienten/in und eine Klarheit über den aktuellen persönlichen Zustand.

Das Ziel finden

Eine klare Beschreibung deines Zieles ist Voraussetzung für den Lernprozess. Nehmen wir an, dein Ziel ist es Schulterschmerzen zu beheben. Eine klare Beschreibung umfasst wo, wann, wie oft, wie stark, etc., du Schulterschmerzen hast und wie sich diese genau auswirken. Je mehr Körperwahrnehmung und Aufmerksamkeit du durch Sitzungen erlangst, desto einfacher wird es für dich das Ziel im Alltag zu erreichen. Hier ein Beispiel wie ein Ziel definiert und Klarheit über die Ist-Situation geschaffen wird:

Praktiker/in: Was kann ich für dich tun?
Klient/in: Ich habe starke Schulterschmerzen und möchte diese loswerden.

Praktiker/in: Warst du deswegen schon beim Arzt?
Klient/in: Ja. Aber es konnte nichts festgestellt werden.

Praktiker/in: Was spürst du genau in den Schultern und welche Art von Schmerz?
Klient/in: Ich spüre permanent einen verspannten Schulter-Nacken Bereich und speziell in der linken Schulter ein Stechen, das in den Arm ausstrahlt.

Praktiker/in: Wann hast du diese Schmerzen?
Klient/in: Naja, es schmerzt hauptsächlich am Abend, wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme.

Praktiker/in: Beschäftigen dich dann noch viele Dinge aus der Arbeit?
Klient/in: Ja, ich spüre noch den Druck aus der Arbeit und es kommen viele Dinge, die ich nicht vergessen darf bzw. was ich noch erledigen muss. Zu Hause brauche ich lang, um abzuschalten. Ich habe dann wenig Lust und Energie, Dinge zu machen, die mir normal Spaß machen.

Praktiker/in: Das ist eine Spirale, die sich immer weiter fortsetzt und die du beenden kannst. Du kannst lernen, wie du mit Druck in der Arbeit umgehen kannst, ohne deine Schultern anzustrengen. Durch das Stoppen dieser Anstrengung kannst du Herausforderungen in der Arbeit anders wahrnehmen, leichter abschalten und mehr Energie sowie eine bessere Konzentrationsfähigkeit gewinnen. Dadurch kann auch deine Leistungsfähigkeit steigen und du wirst vielleicht sogar mehr Freude spüren!

 

 

Der weitere Verlauf

Zum Abschluss der ersten, sowie in allen weiteren Sitzungen wird mit dem Körper gearbeitet, um die Wahrnehmung zu steigern, Verhaltensmuster kennen zu lernen und Alternativen zu erfassen. Durch weitere kurze Gespräche zu Beginn jeder weiteren Sitzung wird ein enger Alltagsbezug sichergestellt.

In vielen Fällen haben Klienten/innen nach 6-8 Sitzungen Werkzeuge in der Hand, um das Ziel zu erreichen, im Alltag damit umzugehen und nachhaltig ihr Wohlbefinden zu verbessern.